Unsere Haut begleitet uns ein Leben lang. Sie schützt uns, reguliert Wärme und Feuchtigkeit und erneuert sich fortwährend. Gleichzeitig reagiert sie auf Jahreszeiten, Streß, Schlaf, Ernährung, Hormone und das Älterwerden.
Deshalb gibt es nicht die eine Creme, die immer und für jeden Menschen paßt. Gute Pflege darf sich verändern, wenn sich auch die Haut verändert.
Die Hautbarriere – unser stiller Schutzmantel
Die Hautbarriere bewahrt Feuchtigkeit und schützt vor äußeren Belastungen. Wird sie gestört, können Trockenheit, Rötungen, Spannungsgefühle oder Irritationen entstehen.
Viele greifen dann zu immer mehr Produkten. Doch häufig benötigt die Haut nicht mehr, sondern weniger: eine milde Reinigung, ausreichend Feuchtigkeit, passende Pflanzenöle und Zeit zur Regeneration.
Warum spannt die Haut nach dem Waschen?
Spannungsgefühle können entstehen, wenn die Reinigung zu stark entfettet, das Wasser sehr heiß ist oder die verwendeten Produkte den natürlichen Säureschutzmantel belasten.
Die Haut fühlt sich danach zwar besonders „sauber“ an, hat aber einen Teil ihres natürlichen Schutzes verloren. Eine sanfte Reinigung muß deshalb nicht schäumen oder quietschen, um wirksam zu sein.
Wohin verschwindet die Creme?
Eine gute Creme muß nicht wie eine Schicht auf der Haut liegen bleiben. Ein Teil ihrer Bestandteile unterstützt die Hautoberfläche und hilft, Feuchtigkeit zu bewahren.
Zieht eine Creme sehr schnell ein und spannt die Haut anschließend wieder, kann sie zu leicht sein. Bleibt sie lange fettig liegen, ist sie möglicherweise zu reichhaltig oder wurde zu großzügig aufgetragen. Die Haut zeigt meist recht deutlich, was ihr gerade guttut.
Serum, Creme oder Öl?
Die drei Pflegeformen erfüllen unterschiedliche Aufgaben:
- Ein Serum ist leicht und enthält vor allem Feuchtigkeit oder gezielt ausgewählte Wirkstoffe.
- Eine Creme verbindet Wasser und Fett. Sie spendet Feuchtigkeit und unterstützt gleichzeitig den Schutz der Haut.
- Ein Gesichtsöl enthält keine Wasserphase. Es schützt besonders gut vor Feuchtigkeitsverlust, führt der Haut selbst aber kein Wasser zu.
Nicht jedes Produkt muß täglich verwendet werden. Manchmal genügt eine Creme, während zu anderen Zeiten ein Serum oder wenige Tropfen Öl sinnvoll ergänzen können.
Woraus besteht eine Creme?
Fast jede Creme folgt denselben Grundprinzipien:
Die Fettphase besteht aus Pflanzenölen, Buttern oder Wachsen. Sie entscheidet darüber, ob eine Creme leicht, nährend oder besonders schützend wird.
Die Wasserphase kann aus destilliertem Wasser, Hydrolaten, Pflanzenwasser oder Aloe-vera-Saft bestehen. Sie bringt Feuchtigkeit und Leichtigkeit in die Rezeptur.
Der Emulgator verbindet Wasser und Fett miteinander. Ohne ihn würden sich beide Phasen nach kurzer Zeit wieder trennen.
Die Wirkstoffe geben der Creme eine bestimmte Richtung. Dazu gehören beispielsweise Panthenol, Hyaluron, Aloe vera oder Pflanzenextrakte.
Ätherische Öle werden nur sparsam eingesetzt. Ihre Auswahl richtet sich nach der Haut, dem gewünschten Duft und dem Ziel der Pflege.
Die Konservierung schützt wasserhaltige Cremes vor unerwünschten Keimen und Verderb. Sauberes Arbeiten und kleine Herstellungsmengen sind dabei besonders wichtig.
Selbermachen bedeutet verstehen
Wer eine Creme selbst herstellt, lernt nicht nur etwas über Rohstoffe. Man beginnt auch, die eigene Haut genauer zu beobachten:
- Was fühlt sich angenehm an?
- Wann benötigt sie mehr Feuchtigkeit?
- Welches Öl zieht gut ein?
- Welche Zutat ist zu reichhaltig?
- Was verändert sich im Sommer oder Winter?
So wird Körperpflege zu einer stillen Form der Aufmerksamkeit. Nicht die Anzahl der Zutaten entscheidet über eine gute Creme, sondern ihr sinnvolles Zusammenspiel.
Gute Körperpflege beginnt nicht mit möglichst vielen Inhaltsstoffen, sondern mit Verständnis, Aufmerksamkeit und dem Wissen, daß oft die einfachen Dinge die wertvollsten sind.
