Die Allchemie des Gartens – Was wirklich nicht fehlen sollte – Teil 2: Essbare Bodendecker

Offene Erde bleibt im Garten selten lange unbewohnt. Wo wir nichts pflanzen, siedeln sich meist von selbst Kräuter und Gräser an.

Warum also nicht gleich Pflanzen wählen, die den Boden bedecken, schön aussehen und zusätzlich gegessen werden können?

Lebendiger Schutz für den Boden

Bodendecker können den Boden vor Austrocknung und starkem Regen schützen. Unter ihren Blättern bleibt die Erde häufig länger feucht und das Bodenleben findet einen geschützten Raum.

Gleichzeitig entstehen kleine Lebensräume für Insekten. Ein Garten wird dadurch nicht nur grüner, sondern lebendiger.

Essbare Bodendecker für sonnige Plätze

An sonnigen Stellen eignen sich beispielsweise:

  • Wald- und Monatserdbeeren
  • kriechender Thymian
  • Oregano
  • Portulak
  • Kapuzinerkresse

Wald-Erdbeeren breiten sich über Ausläufer aus und schenken kleine, wunderbar aromatische Früchte.

Kriechender Thymian bildet duftende Teppiche und wird während der Blüte von Bienen besucht. Kapuzinerkresse bedeckt größere Flächen besonders schnell. Ihre Blätter und Blüten bringen eine angenehm würzige Schärfe in Salate.

Für halbschattige und schattige Bereiche

Wo weniger Sonne ankommt, können sich andere Pflanzen wohlfühlen:

  • Gundermann
  • Vogelmiere
  • Gänseblümchen
  • Veilchen
  • Bärlauch

Gundermann besitzt einen kräftigen, würzigen Geschmack und sollte eher sparsam verwendet werden. Vogelmiere schmeckt mild und frisch. Auch die Blätter und Blüten von Gänseblümchen und Duftveilchen können Speisen verschönern.

Bärlauch bildet im Frühjahr grüne Flächen und zieht sich später wieder zurück. Er darf jedoch nur gesammelt werden, wenn er eindeutig erkannt wird, denn giftige Doppelgänger sehen ihm ähnlich.

Wenn Bodendecker ihren eigenen Willen haben

Manche Pflanzen breiten sich stärker aus, als ursprünglich geplant. Minze, Gundermann, Oregano und Erdbeeren halten sich nicht immer an Beetgrenzen.

Das muß kein Nachteil sein. Wer ihnen einen passenden Bereich gibt oder sie regelmäßig erntet, kann ihre Wuchsfreude sinnvoll nutzen.

Ein Garten darf mehrfach schenken

Essbare Bodendecker verbinden vieles miteinander: Sie schützen die Erde, bieten Nahrung für Menschen und Tiere und füllen kahle Flächen mit Farbe, Duft und Leben.

Genau darin zeigt sich die Allchemie des Gartens: Eine kleine Pflanze erfüllt nicht nur eine Aufgabe. Sie wird gleichzeitig Bodenschutz, Lebensraum, Nahrung und Freude.

Wichtig ist lediglich, nur Pflanzen zu essen, die sicher bestimmt wurden und nicht mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind.

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